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neuer Job, neues …. alles neu

Hmmm…. Ich habe lange nichts mehr von mir auf diesem Wege hören/lesen  lassen, merk ich grad. Ich wollte aber gerade jetzt eigentlich so viel wie möglich schriftlich festhalten. ‚Warum jetzt?‘ werden sich bestimmt einige von euch fragen… ich sag’s euch: ich hab eine neue Arbeit angefangen. Es ist zwar immer noch für die Uni und auch immer noch auf dem Campus, aber ab sofort geht es in den Büchern nicht mehr hauptsächlich um Jura, sondern um die Turkologie. [Die Turkologie ist die Wissenschaft von den Sprachen, Literaturen, der Geschichte, den Religionen und von der geistigen und materiellen Kultur der Turkvölker in Vergangenheit und Gegenwart. (Wikipedia)] Das bedeutet für mich nicht nur eine Umstellung bezüglich des Medieninhaltes, sonder auch in Hinsicht auf die geschriebene und gesprochene Sprache/n. Bisher hatte ich es größtenteils mit deutschsprachigen Büchern zu tun, ab und zu kam auch mal etwas Englisches, Französisches oder Lateinisches dazwischen. Nun ist es eine Mischung aus Deutsch, Englisch, Türkisch und Russisch, ab und zu etwas Arabisches und andere Turksprachen.

Vor einem Monat, als ich hier anfing, hat mich das noch sehr verunsichert, da ich nur des Englischen als weitere Fremdsprache mächtig bin. Aber inzwischen geht’s, man findet ja schließlich im Internet Übersetzer für alles, sogar für Klingonisch. Und wir planen, so schnell wie möglich an einem Türkisch-Kurs teilzunehmen.

Aber nicht nur die Sprache ist anders, auch die Anzahl der zu betreuenden Studenten hat sich verändert, von ca. 2.600 zu irgendwas um die 50 oder so…

Entsprechend ist auch der neue Arbeitsplatz etwas anders, mein Schreibtisch ist in einem Wintergarten eingepfercht, in dem gerade mal drei Personen stehend Platz haben, und dann wird schon kuschelig.

Der Lesesaal ist von der Quadratmeterzahl sicherlich genauso groß wie meine 1-Zimmerwohnung, die Bestände (ca. 14.000 Bände)  sind vom Dachboden bis zur Garage verteilt.

Das ganze Institut mit einem Lehrstuhl ist in einer schnuckeligen alten Villa untergebracht, flankiert wird es vom Institut der Katholischen Theologie und dem Haus einer Zahnarztfamilie, die ihr Haus auf Google Streetview haben verpixeln lassen. Es gibt einen kleinen Vorgarten, eine schicke Terrasse mit wild wucherndem Steingarten und eine kleine Wiese hinten heraus und ein bisschen Fläche, von den Studis von der Organisation FUUD Coop zum Anpflanzen von Nutzplanzen genutzt.

In einem Monat Anwesenheit hab ich scfhon ne ganze Menge mitgemacht. Hier erlebt man durch die geringe Größe und damit entfallende Distanz zwischen Angestellten und Studenten wirklich viele lustige und dramatische Sachen. Mal vergisst jemand sein Antragsformular für die Zulassung zur mündlichen Magisterprüfung und man bangt zusammen darum, dass der Freund es schnellstmöglich schafft die Unterlagen noch vorbeizubringen, ein anderes Mal wird man von jemanden, der eigentlich weiß das man kein Türkisch spricht, in genau dieser einem unbekannten Sprache mitten im Gespräch angesprochen, weil dieser Jemand gerade etwas im Stress war. Und dabei musste ich schon auf die Teilnahme am Sommerfest/Semesterabschlussfest aufgrund anderer Termine absagen, sonst hätte ich sicherlich noch mehr von solchen Stories zu erzählen. Ich nehme das ganze einfach mit Humor und lasse mir nicht den Spaß an der Sache vermiesen. Auch nicht, wenn ich in der Höhle des Löwenrudels alias die Haushaltsstelle des Fachbereiches vorbeischauen muss. Und die haben mir da echt ein bisschen Angst gemacht.

Unseren erste Tage am Institut waren übrigens geprägt von diversen Aufräumaktionen, von der Stellkontrolle im Lesesaal mit Spinnwebenentfernung über das Staubsaugen des Wintergartenbüros inklusive wechseln des Staubsaugerbeutels, welcher restlos überfüllt war, bis hin zum wegschmeißen der alten Gartenmöbel, fegen der Terasse und beseitigen des abgstorbenen Knöterichs am Rankgitter.

Die ersten zwei Wochen habe ich mir übrigens selbst totalen Stress und Sorgen gemacht und musste spontan einen Tag Urlaub nehmen, um mich wieder zu erholen. Mein Immunsystem hat einfach angefangen seinen Dienst zu verweigern und mir ne kleine Erkältung aufgehaltst. Passte echt super an einem Wochenende, an dem wir in Stuttgart ein Minicamp mitgemacht haben. Inzwischen geh ich ein bisschen gelassener an die Sache ran und bin nicht mehr ganz so panisch.

P.S.: eine der ersten Sachen, die ich gelernt habe in neuen Job, war: Immer wenn irgendein Mann kommt und etwas liefert, gerade wenn es Schlüssel sind, MUSS ich mir seinen Namen aufschreiben!

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