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verstörender Kinobesuch

War heute mit Freunden und Bekannten in dem Film „Black Swan„.

Wer da rein geht mit dem Vorurteil, dass es sich dabei um einen Ballettfilm handelt, liegt grundlegend falsch. Es geht um eine Balletttänzerin, gespielt von Natalie Portman, die die Rolle ihres Lebens bekommt und daran psychisch zugrunde geht. Der Zuschauer bekommt ungefragt die Sichtweise der Hauptfigur ins Gesicht geklatscht, womit man dann auch fast überfordert ist. Zum Schluss habe ich jedes Ereignis im Film hinterfragt mit: na ob das jetzt echt ist oder doch nur eine weitere Wahnvorstellung?

Es geht auch etwas um Ballett, das kann man nicht abstreiten. Der Zuschauer erfährt, dass ein Leben als Balletttänzer echt hart ist, vor allem für die Füße. Und wenn der Hauptprotagonist dann auch noch mit einer erfolgsbessenen, botoxgeschädigten Mutter gestraft ist, die durch das eigenen Kind jene Ziele erreichen will, von denen man nur träumen konnte, wirds richtig häßlich wenn man sich dagegen wehrt. Dem Film gut geschrieben werden muss, dass er einem eindeutig durch die Figur des Choreographen der Ballett-Company (Vincent Cassel) ins Gesicht schreit, dass Perfektion dadurch erreicht werden kann, in dem man nicht perfekt ist.

Zur Filmmusik ist nicht viel zu sagen. Die Klassischen Stücke für die Ballettszenen sind allgemein bekannt, es handelt sich ausschliesslich um die Schwanenseestücke. Die restliche Musik, der Score, ist von Clint Mansell („Requiem for a Dream“, „The Wrestler“) komponiert worden und wie immer aktiv stimmungbestimmend.

Als Fazit lässt sich sagen: Ich hab mich unglaublicherweise tatsächlich ein- oder zweimal erschrocken. Ich habe nur gelacht, wenn eine Stelle absichtlich humoristisch war. Zum Schluss gibt es „nur“ einen Toten. Und ich muss den Film noch einmal sehen um ihn wirklich komplett erfassen zu können.

Lieblingszizat: „Du hattest einen feuchten Lesbentraum von mir? […] Und? War ich gut?“ (Lilly zu Nina)

Lieblingsszene: Nina tanzt in der ersten richtigen Aufführung vor Publikum die Rolle der Odile und verwandelt sich dabei nach und nach in den schwarzen Schwan.

Wer mehr über den Filminhalt wissen will, dem empfehle ich den entsprechenden Artikel im Blog von Spatzenhirn. Dieser ist von meiner super-duper-tollen Autorenfreundin S. geschrieben worden, ebenfalls direkt nach unserem gemeinsamen Kinobesuch.

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