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Bibliothekstag 2012 in Hamburg – Tag 2

Noch kurz vorneweg einen Nachtrag: Ich habe gestern bei meinen ganze Danksagungen zwei wichtige Leute vergessen. Zum einen meine Vorgesetzte, die mir erlaubte meinen Dienstlaptop mitzunehmen. Und zum anderen meinen Chef, der mir half einen Beamer aufzutreiben und uns sogar einen neuen Türöffnerknopf für das Institut geschenkt hat!

Der Tag heute begann recht entspannt, zumindest so entspannt wie möglich bei einem Wecker, der um 6.30 Uhr klingelt und der Hintergrundmusik, die freundlicherweise vom hiesigen Abfallentsorungsbetrieb angestimmt wurde. Dieses entspannte aufstehen und fertig machen bereute ich schnell, denn ich wollte eigentlich einen Vortrag über die Bestandsintegration im Grimm-Zentrum der Humoldt Uni Berlin hören. Leider bin ich davon ausgegangen, dass der Vortrag erst um 9.30 Uhr beginnt und nicht um neun. So bekam ich nur die Hälfte mit. Aber das reichte, um mich neugierig auf die Vortragsfolien zu machen, die in ca. zwei Wochen online sein werden.

Des Weiteren reichte der Morgen vollkommen aus, um mir bewusst zu machen, dass jedes Jahr die gleichen Gesichter auf dem Bibliothekartag sind. Die gleichen unhöflichen Gesichter. Die fallen einem ja am  ehesten auf.

Dieses Jahr orientieren sich meine geplanten Vortragsbesuche an meinem Arbeitplatz und die dortigen Umstände. Ich hab mir viel rausgesucht, in dem es um viel interkulturelles in der Bibliothek geht. So besuchte ich, nachdem ich bei dem App-Happening der Zukunftswerkstatt mit der Betreuung eines Sony-Tablets ausgeholfen hatte, einen Vortrag über die Arbeit der Stadtbibliothek Köln um Kindern und Eltern das Aufwachsen und Erziehen in Mehrsprachigkeit zu vereinfachen. Sie sind dabei inzwischen so erfolgreich, dass sie nun verschiedene mehrsprachige Veranstaltungen für alle Altersklassen anbieten.

Im Anschluss widmete ich mich mit Freuden einem Vortrag von Christoph Deeg, der wieder mit seiner wunderbaren Art zu reden faszinierte. Es ging bei ihm darum, was Bibliotheken von Gaming-Netzwerken lernen können. Ein Beispiel war unter anderem die Community von World of Warcraft.

Zum Abschluss des heutigen Tages widmete ich mich der Zukunft meines Ausbildungsberufes und der Frage, ob und wie ich in der Bibliotheksrichtung sinnvoll studieren könnte. Zum Studium: es ist eher unwahrscheinlich, dass ich damit anfange. Ich brauche zwar nur drei Jahre Praxiserfahrung um mich bewerben zu können, aber 20h die Woche, die ich dafür aufbringen müsste sind mir einfach zu viel. Und Arbeitszeitreduzierung würde auch nicht hinhauen, da ich dann das Studium, dass sowieso schon teuer ist, nicht bezahlen könnte. Von meinem Lebensunterhalt mal ganz zu schweigen. Zum FaMI: Es wurde im Vortrag dargestellt, dass sich die Aufgaben eines FaMIs verlagern und dass sich die Ausbildungspläne daran anpassen müssen. Wenn die Selbstverbuchungsanlagen aufgestellt werden, kann ein FaMI ja nicht einfach ins Lager abgeschoben werden wie ein ausgedientes Regal. Ich habe dazu auch nochmal meinen Senf dazu losgelassen und Aufklärungsarbeit für den Beruf in den Institutionen gefordert. Denn entweder werden wir von den Kollegen unterschätzt und von oben herab behandelt oder wir werden überschätzt und müssen von heute auf morgen Arbeit leisten, die eigentlich eher in den Bereich der Diplombibliothekare fällt. Es gibt einige Ausnahmen, aber die sind selten. Wir sind einfach ungenau zu definieren. Und ich habe angeregt, dass auch Berufsschullehrer dazu angehalten werden sollten, sich auf die Zukunft im Unterricht einzustellen, da ich nachfolgenden FaMI-Azubi-Generationen das schreiben von Katalogkarten ersparen möchte. Im Nachhinein habe ich übrigens erfahren, dass dies dem Prüfungsausschuss geschuldet ist, da das Schreiben von Katalogkarten im Land Berlin immer noch eine Prüfungsaufgabe darstellt.

So viel dazu.

Und wem heute gegen Mittag im Bereich der Säle A-F dieses nervenzermürbende Piepen aufgefallen ist: Ich war daran Schuld und entschuldige mich ganz herzlich dafür. Ich hab im 2. OG einen Türalarm ausgelöst. Die grünen Sicherungskästen sind aber auch empfindlich! Die Security hat das übrigens bis zu einem Anruf einer aufmerksamen Mitarbeiterin der Zukunftswerkstatt gar nicht mitbekommen. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer, nicht?

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