Posts Tagged ‘ heulen ’

Totalabsturz

Jaja, ein Totalabsturz, den hatte ich heute. Heute Abend um genau zu sein. Ich kam gerade vom Zahnarzt wieder nach Hause zurück. Ein konkreter Anlass lässt sich auch im Nachhinein nicht ausmachen.

Folgende Ereignisse haben sich heute Nachmittag abgespielt:

Nach der Arbeit bin ich direkt zum Zahnarzt. Dieser hat mir eine Betäubungsspritze gegeben und lustig auf ner Wurzel rumgebohrt (macht er übrigens nächste Woche nochmal, ich hab Karies UNTER ner Füllung, wird wahrscheinlich ne Wurzelbehandlung). Anschließend musste ich noch ein paar Sachen besorgen, was ich direkt vor Ort machen konnte, da sich mein Zahnarzt in ner Einkaufsstraße angesiedelt hat. Aber anstatt ganz linear die Läden abzuklappern, bin ich recht konfus immer von einem Laden zum anderen gerannt, je nachdem, wechen ich gerade gesehen habe. Dadurch bin ich viele Strecken doppelt gelaufen und habe unglaublich viel Zeit verplempert. Irgendwann habe ich es allerdings dann doch noch geschafft, mich auf den Weg nach Hause zu machen. Als ich so im Bus saß, hab ich dann gemerkt, dass mir was fehlt.Mein halbes Gesicht war immer noch betäubt und mich hatte es nur genervt, dass ich den KassiererInnen nicht vernünftig antworten konnte aber was mich dann massiv runterzog war die Erkenntniss, dass ich nicht mehr lächeln konnte. Ich hatte mein Lachenverloren!

Anderen mag das eigne Lachen egal sein, aber für mich ist es die Überwindung von Schmerz (eine Eigenart von mir ist, dass umso größer meine Schmerzen sind, auch mein Maß an Galgenhumor steigt).  Ich war also voll down als ich zu Hause ankam und hab mich völlig meinen momentanen Problemen hingegeben. Ich hab nen richtigen Wutanfall deswegen bekommen. Und anschließend musste ich heulen. Wie das halt so ist, wenn man keinen Bock mehr hat auf die Welt.

Nach fünf Minuten dachte ich, ich hätte mich wieder gefangen, also rief ich meine Mutter an. Und musste wieder heulen. An dieser Stelle möchte ich gerne meiner Mutter ausdrücklich für ihr immer offenes und wasserfestes Ohr danken! Sie hörte mir zu und erklärte mir dann, dass nicht nur ich viel um die Ohren hätte. Andere haben auch jeden Tag in der Woche was zu tun, weshalb sie nicht immer alles schaffen, was sie sich vornehmen. Und die die alles packen, haben meist irgendwie Hilfe. Und nicht nur ich habe das Problem, dass im Moment keiner auf mich zu Hause wartet, weshalb ich übrigens meist auch keinen sonderlichen Drang verspüre schnell zu Hause zu sein. So ein lebender Gefühlssauger ist schon toll. Am Ende des Gesprächs konnte ich sogar schon wieder Witze machen, da meine Betäubung endlich dabei war abzuklingen.

Inzwischen habe ich mich wieder gefangen, gehe aber trotzdem vorsichtshalber frühzeitig ins Bett, will ja nichts riskieren.