Posts Tagged ‘ hamburg ’

Kommentar: Teilnehmerbefragung zum Bibliothekartag

Die Organisation des Bibliothekartages (BIB und VDB) hat die Bibliothekartagsteilnehmer um ein Feedback zur Tagung gebeten. Neben einem Wertesystem konnte man ganz am Ende, wie so oft üblich, einen kleinen eigenen Text verfassen, was man selbst noch an Verbesserungsvorschlägen hat.

Hier ist meiner:

Die Firmenvertreter sollten sich mehr um Kunden bemühen und auf sie zugehen. Nur weil ich aussehe wie ein Student, bin ich noch längst keiner. Und auch FaMIs können Entscheidungsgewalten in Bibliotheken haben oder zumindest Anschaffungsentscheidungen begünstigen. Ich fühle mich einfach generell als FaMI auf dem Bibliothekartag nicht angenommen. Schade, denn der Bibliotheksbranche fehlt dadurch auf solchen Tagungen der frische Wind. Es gibt zwar vereinzelt Vertreter der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts, aber die werden eher als Alien behandelt. Dadurch wirkt es, als ob die restlichen Teilnehmer, bitte verzeihen Sie mir die Ausdrucksweise, einen ziemlich großen Stock im Arsch haben. Ich habe viele KollegInnen, die gerne von mir lernen, so wie ich gerne von ihnen lerne. Aber aus den oben genannten Gründen besuchen sie solche Tagungen nicht, auch wenn sie studierte Bibliothekare der alten Schule sind.
Zudem sollten Sie ihre Preispolitik überdenken. Auch der höhere Dienst hat immer mehr Ab- und Ausgaben. Finanzieren Sie sich lieber über die Masse. Das macht die ganze Veranstaltung auch sympathischer und senkt den Altersdurchschnitt.
Im Moment verschrecken Sie vor Allem die „Jugend“ in der Branche und irgendwann verliert die ältere Generation dadurch den Anschluss. Die Welt dreht sich weiter, egal an welchen antiquierten Werten sie festhalten.

 

Bibliothekstag 2012 in Hamburg – Tag 4

Der letzte Tag, ich hab mich ziemlich aus dem Bett gequält, die Nacht war leider etwas zu kurz geraten.

Zum Abschluss hab ich mir einen Block rausgesucht, in dem es um etwas ging, mit dem ich, zumindest theoretisch, mich schon ganz passabel auskenne: Web 2.0.

Am besten fand ich den amerikanischen Vortrag (Twitter) aus Toronto und den Würzburger Vortrag (Facebook). Bei dem letzten Vortrag des Blocks hab ich angefangen, mein Netbook und meinen Beamer abzubauen. Es ging um eine Studie, in der untersucht wurde, welche sozialen Netzwerke Schüler der Sekundarstufe I und II wie häufig nutzen. Da ich selbst noch gar nicht so weit davon entfernt bin, war mir die Studie ziemlich Latte. Zudem sind Schüler für wissenschaftliche Bibliotheken alles andere als interessant 😉

Schön war, dass ich wieder einmal Veranstaltungstrolle neben mir sitzen hatte. Finden die Vorträge langweilig, weigern sich aber, den Raum zu verlassen und fangen an zu quatschen. Aber ich habe inzwischen keine Kraft mehr, mich darüber aufzuregen, die letzten Tage waren sehr anstrengend.

Ich hoffe, dass alle eine gute Fahrt nach Hause haben. Ich hab noch eine knappe Stunde im ICE vor mir und freue mich auf mein Bett, das nach dem Training heute Abend auf mich wartet.

 

Ach und zum Schluss möchte ich auch hier um ein Feedback bezüglich der Twitterwall bitten, die in Saal A projiziert wurde. Folgende Sachen wurden bereits erwähnt:

Die Farbe: Die Farbe der Zukunftswerkstatt, die mir die Möglichkeit gegeben haben, dieses Projekt zu verwirklichen

Die Anordnung: Ist der Seite geschuldet. Kennt ihr bessere?

Die Location: Klar, Foyer oder Flur hätte mir auch besser gefallen. Aber das Equipment war nicht fest installiert und nur geliehen, von Privat und Arbeit. Und ich wollte auch was vom Bibliothekartag sehen und nicht die ganze Zeit neben der Wall sitzen und die Sachen bewachen. Dafür habe ich nicht 190€ (nur der Eintritt) bezahlt.

Bibliothekstag 2012 in Hamburg – Tag 3

Bevor jemand fragt, ob ich heute beim Festabend war: Nein, ich war nicht da. Der gute Zwirn hätte dank Beamer und Laptop nicht mehr in den Koffer gepasst und irgendwo muss man ja Abstriche machen 😉 Aber mir wurde schon nahe gelegt, dass ich nächstes Jahr in Leipzig unbedingt mitkommen müsse, da dort die Location so toll sei. Als Ersatz zum Festabend war ich hübsch, gut und leider auch etwas teuer essen im Restaurant „Zum Alten Senator“ irgendwo bei St. Pauli. Es war sehr lustig mit den Leuten dort zu lästern und zu lachen. Vielen Dank 🙂

Im Rahmen des Programms des Bibliothekartages habe ich heute zu Beginn des Tages einen Außentermin in der Bücherhalle Barmbek gehabt. Dort ging es um Interkulturelle Bibliotheksarbeit in der Praxis. Was dort vorgestellt wurde war sehr interessant, lässt sich aber in wissenschaftlichen Bibliotheken eher schwer einfach so einsetzen. Dafür wird viel Arbeit von Nöten sein, um die Sachen auf WBs zu zu schneiden und um zu ändern. Unter anderem gab es ein Wimmelbild mit dazugehörigem selbstgebasteltem Puzzle, von dem auch Erwachsenen nur schwer ihre Finger lassen können und das Hamburgweite ehrenamtliche Projekt „Dialog in Deutsch„, bei dem Gesprächsgruppen organisiert werden, die sich gezielt an Erwachsene richten, die gerne mehr deutsch aktiv anwenden möchten. Ganz unten ein paar Eindrücke.

Da ich nach einem gutem, deutsch-türkischen Mittag mit einer Freundin, die in Berlin wohnt aber in Hamburg arbeitet, noch etwas Zeit bis zur nächsten Veranstaltung hatte, besuchte ich die Bibliothek des Asien-Afrika-Instituts, was auch meinem Chef geschuldet war, das er es mir ans Herz legte. Aus einem anderen Grund hatte ich bereits letzte Woche mit einer Bibliotheksmitarbeiterin und nun konnte ich ihr persönlich entgegentreten und mir ihre Bibliothek zeigen lassen. Das war sehr informativ und ich glaube, das wird in Zukunft noch ein wertvoller Kontakt. Ich hab auch meine Karte da gelassen 😉 Auch hierzu gibts unten noch Fotos.

Dann ging es zu einem sehr spannendem Block. Es ging um One Person Libraries. Vorher musste ich mich noch durch einen Vortrag über Crowdfunding und dessen Sinn und Nutzen für Bibliotheken kämpfen, aber dann gings ans Eingemachte: Ich hörte mir an, wie andere in der Branche mit Studenten und wissenschaftlichem Personal zurecht kamen. Leider stellte sich dabei heraus, dass sie für eine gute Zusammenarbeit Jahre gebraucht hätten. Dafür haben wir aber weder Geduld noch Zeit. Also müssen wir weiter durchhalten. Trotzdem fand ich die Praxis-Vorträge aus dem Saarland und aus Aachen sehr toll. Ich habe mir einen Wort-Kommentar dazu gespart, das wäre dann wahrscheinlich zu einem Einzelvortrag ausgeartet…

Den Abschluss sollte für mich heute ein Block zum Thema Bibliotheksysteme bilden (also ob die Frage nach ein- oder zweischichtig – was ist besser überhaut noch zeitgemäß ist). Es stellte sich heraus, dass der Block als Diskussionsrunde angedacht war und recht viele flüchteten dann, nachdem die Redner ihre Standpunkte erläutert hatten. Ich nehme mich da mal nicht raus. Ich ging zur Zukunftswerkstatt und lästerte via Twitter über die trockenene Podiumsdiskussion über Informationsinfrastrukturen, die gerade in deren Räumen stattfand. Im Anschluss durfte der mittlere Dienst dem höherem Dienst hinterherräumen. Also alles wie immer.

Und hier nun die versprochenen Bilder:

Bibliothekstag 2012 in Hamburg – Tag 2

Noch kurz vorneweg einen Nachtrag: Ich habe gestern bei meinen ganze Danksagungen zwei wichtige Leute vergessen. Zum einen meine Vorgesetzte, die mir erlaubte meinen Dienstlaptop mitzunehmen. Und zum anderen meinen Chef, der mir half einen Beamer aufzutreiben und uns sogar einen neuen Türöffnerknopf für das Institut geschenkt hat!

Der Tag heute begann recht entspannt, zumindest so entspannt wie möglich bei einem Wecker, der um 6.30 Uhr klingelt und der Hintergrundmusik, die freundlicherweise vom hiesigen Abfallentsorungsbetrieb angestimmt wurde. Dieses entspannte aufstehen und fertig machen bereute ich schnell, denn ich wollte eigentlich einen Vortrag über die Bestandsintegration im Grimm-Zentrum der Humoldt Uni Berlin hören. Leider bin ich davon ausgegangen, dass der Vortrag erst um 9.30 Uhr beginnt und nicht um neun. So bekam ich nur die Hälfte mit. Aber das reichte, um mich neugierig auf die Vortragsfolien zu machen, die in ca. zwei Wochen online sein werden.

Des Weiteren reichte der Morgen vollkommen aus, um mir bewusst zu machen, dass jedes Jahr die gleichen Gesichter auf dem Bibliothekartag sind. Die gleichen unhöflichen Gesichter. Die fallen einem ja am  ehesten auf.

Dieses Jahr orientieren sich meine geplanten Vortragsbesuche an meinem Arbeitplatz und die dortigen Umstände. Ich hab mir viel rausgesucht, in dem es um viel interkulturelles in der Bibliothek geht. So besuchte ich, nachdem ich bei dem App-Happening der Zukunftswerkstatt mit der Betreuung eines Sony-Tablets ausgeholfen hatte, einen Vortrag über die Arbeit der Stadtbibliothek Köln um Kindern und Eltern das Aufwachsen und Erziehen in Mehrsprachigkeit zu vereinfachen. Sie sind dabei inzwischen so erfolgreich, dass sie nun verschiedene mehrsprachige Veranstaltungen für alle Altersklassen anbieten.

Im Anschluss widmete ich mich mit Freuden einem Vortrag von Christoph Deeg, der wieder mit seiner wunderbaren Art zu reden faszinierte. Es ging bei ihm darum, was Bibliotheken von Gaming-Netzwerken lernen können. Ein Beispiel war unter anderem die Community von World of Warcraft.

Zum Abschluss des heutigen Tages widmete ich mich der Zukunft meines Ausbildungsberufes und der Frage, ob und wie ich in der Bibliotheksrichtung sinnvoll studieren könnte. Zum Studium: es ist eher unwahrscheinlich, dass ich damit anfange. Ich brauche zwar nur drei Jahre Praxiserfahrung um mich bewerben zu können, aber 20h die Woche, die ich dafür aufbringen müsste sind mir einfach zu viel. Und Arbeitszeitreduzierung würde auch nicht hinhauen, da ich dann das Studium, dass sowieso schon teuer ist, nicht bezahlen könnte. Von meinem Lebensunterhalt mal ganz zu schweigen. Zum FaMI: Es wurde im Vortrag dargestellt, dass sich die Aufgaben eines FaMIs verlagern und dass sich die Ausbildungspläne daran anpassen müssen. Wenn die Selbstverbuchungsanlagen aufgestellt werden, kann ein FaMI ja nicht einfach ins Lager abgeschoben werden wie ein ausgedientes Regal. Ich habe dazu auch nochmal meinen Senf dazu losgelassen und Aufklärungsarbeit für den Beruf in den Institutionen gefordert. Denn entweder werden wir von den Kollegen unterschätzt und von oben herab behandelt oder wir werden überschätzt und müssen von heute auf morgen Arbeit leisten, die eigentlich eher in den Bereich der Diplombibliothekare fällt. Es gibt einige Ausnahmen, aber die sind selten. Wir sind einfach ungenau zu definieren. Und ich habe angeregt, dass auch Berufsschullehrer dazu angehalten werden sollten, sich auf die Zukunft im Unterricht einzustellen, da ich nachfolgenden FaMI-Azubi-Generationen das schreiben von Katalogkarten ersparen möchte. Im Nachhinein habe ich übrigens erfahren, dass dies dem Prüfungsausschuss geschuldet ist, da das Schreiben von Katalogkarten im Land Berlin immer noch eine Prüfungsaufgabe darstellt.

So viel dazu.

Und wem heute gegen Mittag im Bereich der Säle A-F dieses nervenzermürbende Piepen aufgefallen ist: Ich war daran Schuld und entschuldige mich ganz herzlich dafür. Ich hab im 2. OG einen Türalarm ausgelöst. Die grünen Sicherungskästen sind aber auch empfindlich! Die Security hat das übrigens bis zu einem Anruf einer aufmerksamen Mitarbeiterin der Zukunftswerkstatt gar nicht mitbekommen. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer, nicht?

Bibliothekstag 2012 in Hamburg – Tag 1

Es ist mal wieder so weit. Der Bibliothekstag findet statt. Es ist inzwischen der 101. und wird in der wunderschönen Hafenstadt Hamburg ausgerichtet. Dieser Umstand bietet mir den Vorteil, dass ein Großteil der Verpflegungskosten und die gesamten Übernachtungskosten wegfallen, denn ich hab mich bei meinen Eltern einquartiert. Also, eigentlich nur bei meiner Mutter, mein Vater ist im Vorfeld mit unserem Hund auf den Zeltplatz „geflüchtet“ 😉

Aber von Anfang an:

Den Kongresseintritt und die Fahrkarte sind schon seit Monaten bezahlt, dass ich am Bibliothekstag 2012 teilnehme steht sogar schon länger fest. Ist zwar alles auf eigene Kosten, aber für die eigene Karriere nimmt man ja viel in Kauf… Im letzten Jahr hatte ich angeregt, im Rahmen der Zukunftswerkstatt eine Twitterwall live via Beamer an eine Wand zu werfen, um die Kommunikation auf Twitter untereinander und übereinander anzuregen. Der Vorschlag wurde begrüßt und sogleich wurde ich mit der Umsetzung beauftragt. Ich hatte das aber im Laufe der Monate verdrängt und vor ca. 3 Wochen wieder darauf hingewiesen. Hinzu kam noch, dass ich vor etwas mehr als einer Woche dann gefragt wurde, ob ich nicht auch gleich einen Vortrag über Twitter halten kann… Und das Ende vom Lied: Ich hab gestern meinen Dienstlaptop und einen Beamer der UB in einen Koffer gepackt, bis 2 Uhr früh an einem Vortrag über Twitter gearbeitet und mich heute den halben Tag lang verrückt gemacht. Am Ende gabs aber von vielen Seiten Lob und ich bin sehr stolz und froh, dass ich das gemacht habe bzw. die Chance dazu hatte. Ich war und bin auch immer noch dankbar bezüglich der Unterstützung bei der Beantwortung der Fragen im Anschluss an den Vortrag von den Twitterkollegen @stbibkoeln, @akte20_09 und @bibliothekarin . Und bevor jemand fragt: ich habe mein Twitter-Passwort inzwischen geändert (und ich merks mir für die Zukunft: erst schauen, ob der Cursor wirklich in die Passwort-Zeile gerutscht ist bevor man tippt).

Danke an dieser Stelle auch noch mal an die ganzen Leute der Zukunftswerkstatt. Ihr macht eine super Arbeit, könnt einen super beruhigen und unterstützen bei Nervosität und seit einfach die Besten!

Durch die Installation der Twitterwall konnte ich erfreut feststellen, dass heute viel mit dem Hashtag #bibtag12 getwittert wurde, mehr als im letzte Jahr. So kam es heute auch dazu, dass ich während meines Vortrages mit großer Freude feststellen durfte, dass wir damit sogar in den Deutschlandweiten Trends gelandet sind. An dieser Stelle sei einfach auch mal all denjenigen gedankt, die die Spammer in der Twitterwall gemeldet haben.

Außer der Zukunftswerkstatt habe ich heute nicht viel gesehen, da mich nichts vom restlichen Programm interessierte und die Aussteller noch am Aufbau waren. Trotzdem habe ich es nicht geschafft, „Star Wars“ für XBox Kinect auszuprobieren. Aber ich hab ja noch drei Tage… 🙂

Witziger Sidekick: das W-Lan heißt tatsächlich „Bibliothekstag“. Find ich gut, Daumen hoch!

Den Abschluss des Tages bildete ein Kinobesuch mit meiner Mutter. „Dark Shadows“ war für uns Tim Burton-Fans ein Muss und wir hatten sowohl beim schauen als auch drumherum viel Spaß. Der Film ist jedem zu empfehlen, der die Mischung aus Komödie und Grusel, die es bei Burton immer wieder gibt mag.

Zum Schluss möchte ich noch auf das Projekt geeks@cologne aufmerksam machen, dass von der Stadtbibliothek Köln ins Leben gerufen wurde und von mir höchste Anerkennung und auch etwas Neid genießt.