Archive for the ‘ Football ’ Category

Unterstützt unser Team Deutschland!

Tatsächlich bringe ich hier mal einen Spenden- und Sponsoringaufruf. Das tue ich, weil es mir wichtig ist. Sehr wichtig.

Vom 30. Juni bis zum 6. Juli 2013 kämpfen in Vantaa/Finnland 6 Damenfootball-Mannschaften um die Weltmeisterschaft im Women’s World Championship der IFAF. Es wird zwei Gruppen geben: Spanien/Kanada/Finnland und USA/Deutschland/Schweden.WWC_2013_RGB_logo

Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich vor einigen Wochen in Mainz zur Nationalmannschaftssichtung war. Allerdings war von vornherein klar, dass ich nicht mitfliegen werde, sofern bis zur Sichtung kein Wunder geschehen wird, denn jede Spielerin muss eine Selbstbeteiligung von 1.500€ erbringen, Geld, das ich nicht habe. Ich habe für mich teilgenommen, zum Vergleich und um vielleicht noch das ein oder andere von den Nationalmannschaftscoaches mitzunehmen. Allerdings wurden fünf meiner Teamkolleginnen auserwählt um mitzufliegen. Sie gehören nun dem Team Deutschland an. Und nun kommt ihr in Spiel, liebe Leser!

Ihr könnt den Spielerinnen etwas unter die Arme greifen! Ihr könnt das Team Deutschland supporten! Es gibt dazu verschiedene Wege:

zum einen könnt ihr spenden (auch konkret für einen bestimmten Posten auf der Rechnung)

zum anderen könnt ihr euren Support auch zeigen, in dem ihr euch Team Deutschland Fanwear holt.

Wenn ihr mit eurer Firma gerne helfen möchtet, könnt ihr sogar ein Sponsor werden!

Wenn ihr ein bisschen was für die Sportlandschaft in Deutschland tun möchtet, dann bietet sich euch hier die perfekte Gelegenheit. Und sei es nur, dass ihr diese Kunde in die Welt hinaustragt. Vielleicht ist er ja da draußen, DER eine Sponsor. Vielleicht sind es auch viele kleine, die gemeinsam großes bewirken und uns den Weg in die Zukunft ebnen!

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Wie ich die Zukunft meines Sports sehe…

Wer aufmerksam meine Personenbeschreibung gelesen hat, weiß dass ich Football spiele. Damenfootball. Ja, das gibt’s!

Ich möchte euch diesbezüglich gerne etwas re-posten, da ich finde, dass es hier auch super reinpasst.

In einem der Football-Foren wurde ein Thread mit folgender Frage begonnen:

Hi,ich hab mal ne Frage. Glaubt ihr, dass sich Frauenfootball irgendwann genauso etablieren wird wie zum Beispiel Frauenfußball? Ich hab damals viele Werbespots der Fußballerfrauen gesehen im Internet und im Fernsehen. Kennt ihr solche Aktionen oder Clips auch von den Football-Damen? Ich denke da müsste noch mehr kommen bzgl Werbung und Aufmerksamkeit für den Frauenfootball

Es hat ja auch lange gedauert, bis der Frauenfußball akzeptiert wurde. Was meint ihr?

Ich habe mich daraufhin im Forum angemeldet und geantwortet:
Vielleicht. Irgendwann. Aber noch sind wir weit davon entfernt.
Die Teams müssen sich im Moment noch immer darauf konzentrieren, genügend Spielerinnen zusammen zu bekommen. Wenn man sich jedes Jahr erneut die Frage stellen muss, in welcher Liga und ob man überhaupt melden kann, auch bei den Teams, die vielleicht eine höhere Bevölkerungszahl im Einzugsgebiet haben, kann man sich nicht in Ruhe mit der Außenwirkung befassen. Vor allem, wenn man nicht die entsprechende Personalstärke im Hintergrund hat. Die Spielerinnen müssen das Meiste rund um ihr Team selbst organisieren, egal wie groß oder erfolgreich der Rest des Vereins ist.Alle die ich kenne, versuchen in ihrem Bekannten-/Verwandtenkreis Werbung für das eigene Team und den Sport im Allgemeinen zu machen. Oft hab ich zu hören bekommen, dass die Meisten gar nicht wussten, dass es den Sport auch für Frauen gibt. Und von den Männern haben sie auch nur bestenfalls mal etwas gehört. Ich bin ja schon froh, dass ich ab und zu Werbung für Männerspiele der GFL oder GFL 2 im Radio höre.
Sponsoren lassen sich natürlich auch schwer finden, wir sind Exoten im Sport. Zudem wir teilen uns die Gier nach der Aufmerksamkeit der Gesellschaft mit anderen Exoten, wie den Eishockey-Frauen, den Baseballern oder den Lacrossefrauen und -männern. Und ich finde, alle haben gleichermaßen die Aufmerksamkeit verdient.

Fußball hatte es verhältnismäßig recht einfach, sich zum Volkssport in Europa/Deutschland zu mausern. Man braucht ledeglich einen Ball um zu spielen. Football hingegen benötigt, um das Spiel komplett auszukosten, schon eine ziemlich teure Ausrüstung. Natürlich wissen wir, dass es auch anders geht. Aber bring das mal der breiten Masse bei. Das und die Regeln. Wenn die wenigsten Menschen schon die Abseitsregel nicht verstehen, wie wird es dann erst mit dem 138 Seiten starken Regelwerk, dem nochmals fast 100 Seiten Regelinterpretationen anhängen? Die Menschen sind faul, ich nehme mich da nicht aus. Von alleine wird sich die Mehrheit kein Spiel anschauen, wenn niemand daneben sitzt und es ihnen erklärt.

Unterm Strich sind wir abhängig vom Männerbereich. Er ist einfach stärker vertreten in Deutschland. Und erst wenn die größeren Männervereine richtig bekannt sind, kann man hoffen, dass sie etwas Geld für die Promotion ihrer Frauenteams fließen lassen. Das wird ein richtiger K(r)ampf werden, das verspreche ich euch. Und bei solchen Prestige-Aktionen können dann nur die anderen Frauen-Teams auf Windschatten hoffen, der ihnen dann neue Mitglieder, Fans und Sponsoren beschafft.
Aber das ist Zukunftsmusik.
Im hier und jetzt sind wir trotzdem dankbar für jeden Gönner und Helfer, egal ob er uns Geld bringt oder Arbeitskraft.

Und wir werden alles, was den Frauenfootball vorwärts treibt und vielleicht bekannter macht, so weit wie möglich im Netz verteilen und darauf hoffen, dass die richtigen Leute es sehen.
Eventuell werden wir noch Zeugen der Früchte unserer Netwerkarbeit. Ich glaube aber nicht wirklich dran. Trotzdem werde ich weitermachen. Weil ich den Sport liebe und so viele Menschen wie möglich mit dem Football-Virus infizieren will oder ihnen zumindest eine Floh ins Ohr setzen möchte, auf dass sie gegenüber anderen sagen können, dass sie etwas ganz außergewöhnliches kennen.

Freundschaftsspiel gegen Mülheim

Das wichtigste zuerst: Bei unserem ersten Spiel dieses Jahr am Samstag den 30.4. haben wir in Mülheim gegen die Mülheim Shamrocks mit 32:00 gewonnen.

Und nun die Story dazu:

Wir, das sind die Berlin Kobra Ladies, für die ich nun schon seit 2 1/2 Jahren spiele und den Wikipediaartikel aktuell halte. Näheres zur Teamhistory werde ich hier nun nicht  erläutern, man kann das alles ja nachlesen wenn man will. In diesem Team trage ich mit stolz die Rückennummer 66 und spiele vorrangig in der Offensive Line den rechten Guard. So viel dazu. Am Osterwochenende waren wir mit 24 Frauen, Trainern und Staff in Strausberg im Trainingslager und haben uns vier Tage lang auf unsere nächsten Gegner (30.4. Mülheim Shamrocks und 15.5. Munich Cowboy Ladies) vorbereitet. Die Zeit war hart, aber wir hatten auch viel Spaß und haben oft gelacht (einen Bericht gibts auch auf der HP). Anschließend hatten wir eine Woche um unsere Wunden zu lecken um dann am Freitag noch einmal zu einem lockeren Training zusammenzukommen.

Am Samstag den 30.4. ,  um 4.50 Uhr in der Früh war es dann so weit. Der gelbe Doppeldecker (verdammt, ich wollt doch noch ein Foto machen!) bog um die Kurve der Fritz-Wildung-Str. in Berlin-Wilmersdorf. Mein Herz fing an, etwas lauter als normal zu klopfen, was es an diesem Tag schonmal getan hatte, nämlich als ich meinen Bus verpasst hatte und 20 Min. auf den nächsten warten musste (aber solche Eventualitäten plane ich zum Glück grundsätzlich mit ein). Ich wusste nicht, ob es Freude war, pure Nervosität oder einfach Angst. Wirklich schlafen konnte ich während der sieben Stunden Fahrt auch nicht, aber ich merkte dass es anderen auch so ging. Ca. 2 Stunden vor unserer Ankunft am Spielort in Mülheim wurden dann die Ausdrucke mit den Spielzügen und Analysen hervorgekramt und man fragte sich gegenseitig ab. Das Auspacken der Ausrüstung verlief zügig, die Stürmung der örtlichen Toiletten lief gesittet ab und der Walk-Thru war auch fix durch. Nun hatte ich noch eine Stunde um meine Footballhose zu polstern, mich umzuziehen und die Sonnencreme aufzutragen. Ab zum Aufwärmen, nebenbei werden noch ein  paar Blicke zum Gegner riskiert und es wird schon Teamintern diskutiert, wer vom anderen Team sich warum wohl nicht auf der und der Position warmmacht. Das Spiel selbst lief für mich eher mäßig. Ich war zwar in der starting Offense, hab meinen Job dort aber nicht wirklich gut gemacht und wurde in der Halbzeit dann ganz vom Platz genommen. War mir recht. So konnte ich in Ruhe beobachten.

Nach dem Spiel hieß es erst mal telefonieren. Mit Muttern, wie immer. Ich rufe an, sie nimmt mit Panik in der Stimme ab, ich sage ihr, dass noch alles dran ist und das wir gewonnen haben, berichte ihr noch kleinere Nebensächlichkeiten und lege auf. Ein schickes kleines Gespräch von i. d. R. nicht mal  5 Minuten. Anschließend duschen, Umziehen, Sachen packen, Oonas und Marcels Kuchen futtern, Sachen in den Bus räumen, mit Spielerinnen aus dem gegnerischem und/oder anderen, zum zuschauen angereisten Teams  quatschen, zum Aufbruch drängeln, in den Bus steigen, Richtung Heimat aufbrechen, Stimmbänder kaputtjodeln, bei McD. zu Abendbrot essen, weiterfahren, hoffentlich eine angenehme Schlafposition finden (habe gerade erst das auf-dem-Gang-schlafen für mich entdeckt), rechtzeitig wach werden, Sachen im Bus zusammensuchen, aussteigen, wo man am Morgen eingestiegen ist, Sachen aus dem Bus räumen, Tasche und Ausrüstung suchen, Mitfahrgelegenheit ausfindig machen, die mich bestenfalls bis fast zu meiner Haustür fährt, da ich ansonsten wohl eine Stunde nach Hause brauche (und das mit Gepäck).

Zu meiner Freude lief alles ziemlich glatt, um zwei Uhr früh hat der Bus seinen Ausgangspunkt erreicht gehabt, um halb drei fiel ich in mein kuscheliges Bett, exakt 24 Stunden nachdem ich es verlassen hatte.

Der nächste Tag begann für mich übrigens erst um ca. 15 Uhr.

Gute Besserung wünsche ich der Mülheimerin Laura, die hoffentlich schnellstmöglich wieder Bällen hinterherlaufen kann.

Fotos vom Spiel hat der Jan, unser Teamfotograf gemacht, danke dafür.

Vielen Dank geht an Oona und Marcel für die leckeren Kuchen und an Nicole, die mir einen verdammt teuren Latte Macchiato ausgegeben hat und natürlich an Tina, die mich sicher und vor allem schnell nach Hause brachte, obwohl es für sie einen Umweg bedeutet hat.

Nachtrag: Der offizielle Spielbericht der Kobras ist auch schon online.